Der Tourismusort Bad Mitterndorf liegt in der Mitte österreichs. Nur 1Stund 20 Minuten von Salzburg 1Stund 50 Minuten von Graz und 3 Stunden von Wien und nur 3 Stunden und 50 Minuten von München entfernt.
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Radikaler Wandel nach 1945

Die Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg stellen eine besondere Entwicklungsphase dar. Es war eine Phase der Motorisierung, der hohen Nachfrage nach Konsumgütern, von Investitionen in die öffentliche Infrastruktur und eines Bau- und Tourismusbooms.

Der Salzastaussee entsteht
Der berühmte Skispringer Bubi Bradl am Kulm 1951
Hubert Neuper beim ersten offiziellen Skifliegen am Kulm 1951
Die Kulmschanze 1953
Regulierung der Salza 1959
Eröffnung der Hauptschule 1968
Eröffnung der Rot-Kreuz-Dienststelle 1974

Konsolidierung

Konsolidierung

Einige Jahre nach Kriegsende wurden im Tal neue Infrastruktur- und Siedlungsprojekte realisiert. 1949 ging das am Ende des Pass Stein errichtete Kraftwerk Salza in Betrieb. Mit Unterstützung aus Mitteln des Marshallplanes wurden in den 1950er Jahren Hinterberger Moorgebiete entwässert. Ebenfalls in den 1950er Jahren entstand auf dem Gelände des ehemaligen RAD-Lagers die Siedlung Grubegg (heute Neuhofen). Auch nach dem Krieg zählten das Sägewerk Loitzl sowie die Bundesforste zu wichtigen Arbeitgebern in der Gemeinde – in einer Zeit, in welcher die massive Abwanderung von Arbeitskräften aus der Landwirtschaft einsetzte.

Lebensmittelbezugskarten 1948 - 53
Sägewerk und Gasthof Grubegg vor Abriß und Überflutung

Der Aufstieg zur modernen Tourismusgemeinde - Tourismusboom

Der Aufstieg zur modernen Tourismusgemeinde - Tourismusboom

Auf Basis der Konsolidierung der Gemeinde und des allgemeinen Wirtschaftsaufschwunges erlebte das Tal ab den 1960er Jahren einen Tourismus-Boom. Das erste Mal war Tourismus kein Luxusgut mehr, sondern eine Angelegenheit für eine breitere Bevölkerungsschicht, für einen Mittelstand, der sich mitunter Zweitwohnungen in schönen Landschaften leisten konnte. Unter der Führung einer unternehmerischen Persönlichkeit wie dem Mitterndorfer Langzeitbürgermeister Siegfried Saf wurden die Möglichkeiten zur Entwicklung des Massentourismus wirkungsvoll genutzt. Zum Beispiel mit dem Bau der Tauplitzalm-Alpenstrasse, der Errichtung des Heilbades Heilbrunn oder der Feriensiedlung Sonnenalm mit ihren berühmt-berüchtigten Dreiecks-Häusern. Ein Investitions- und Baumboom verwandelte Mitterndorf innerhalb von 10 Jahren in eine der touristischen Erfolgsgemeinden der Steiermark mit ständig steigenden Nächtigungszahlen. Innerhalb von 10 Jahren verändert ein Bauboom das „Gesicht“ der Gemeinde radikal und mündete im „Bad“ Mitterndorf der 1970er Jahre. Es war eine Entwicklung, die letztlich auch zu einem heftigen Konflikt innerhalb der Gemeinde über die weitere Verbauung der Landschaft und schließlich zu einem Ausbaustopp führte.

Liftfahren auf der Tauplitzalm - 1950er Jahre
Auszug aus Fremdenverkehrsprospekt in den 1950er Jahren
Feier der Gips-Arbeiter in Zauchen mit Eigentümer Siegfried Saf 1957
Weihnachtsfeier der Mitarbeitern von Siegfried Saf - Ende 1950er Jahre
Die neu errichtete Tauplitzalm-Alpenstrasse Anfang der 1960er Jahre
Der Initiator der Tauplitzalm-Alpenstrasse, Siegfried Saf
Erste Fahrten auf die Tauplitzalm
Gasthof Falkensteiner in den 1960er Jahren
Die Quelle von Heilbrunn 1960
Das neue Heilbrunn - Erste Ausbaustufe 1963
Grundseinlegung für die Sonnenalm 1964
Eröffnung der letzten Ausbaustufe von Bad Heilbrunn 1967
Fleischhauerei Diechtl vor dem Umbau 1968
Kellnerinnen beim Kasperer - 1960er Jahre
Ansicht von Mitterndorf in den 1960er Jahren
Haus Winklschuster vor dem Abriß (1960er Jahre)
Mitterndorfer Pfarrhof 1968
Mitarbeiter der Mitterndorfer Konsumgenossenschaft
Ortsansicht 1970
Konsum und Lebensbaum Anfang der 1970er Jahre
Mitarbeiter des Mitterndorfer Lagerhaus - 1970er Jahre
Eine Ortseinfahrt vor Modernisierung (Ende 1960er Jahre)
Ein Sujet der steirischen Fremdenverhrswerbung - 1970er Jahre
Flugblatt gegen den weiteren Ausbau von Ferienwohnungen 1972

Modernisierung der Landwirtschaft

Modernisierung der Landwirtschaft

In diesem Zeitraum änderte sich auch die bäuerliche Welt radikal. Die Modernisierung der Landwirtschaft begann ebenso wie die Abwanderung von Arbeitskräften aus diesem Bereich. Waren um 1900 in der Gemeinde Mitterndorf rund 50% der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft tätig, so waren es in den 1960er Jahren nur noch 10%. Immer mehr wurde der Tourismus zu einem wichtiger werdenden Nebenerwerbsfaktor, der Forst-arbeit und Fuhrdienste ablöste. Umbauten auf Höfen wurden unter Bedacht auf Zimmervermietung vorge-nommen. Der radikale Wandel der bäuerlichen Betriebe veränderte das Bild der Höfe und der Kulturlandschaft – angetrieben von der Mechanisierung, der Spezialisierung auf Grünland, der Trockenlegung von Mooren und Bachregulierungen, der „Grundzusammenlegung“ im Zuge der Trassierung der Bundesstrasse durch das Tal und der Modernisierung von Betrieben und der Bewirtschaftungsmethoden. Nicht zuletzt wird der Tourismus in einem viel stärkerem Ausmaß als die Sommerfrische früherer Zeiten zu einer wichtigen Einnahmequelle von Bauernhöfen.

Neue Silobauten prägen die Landschaft
Die gebändigte Landschaft
Moore verschwinden
Alte Stadel weichen
Mähwettbewerb in den 1050er Jahren
Stallneubau beim Pichlmayerhof 1963
Melkkurs 1950er Jahre
Spatenstich für die Trockenlegung des Krungler Moor 1950

Eine traditionsreiche Arbeitswelt geht zu Ende

Eine traditionsreiche Arbeitswelt geht zu Ende

In der Zwischenkriegszeit der 1920er und 1930er Jahre hatte die einsetzende Mechanisierung und Motorisie-rung der Wirtschaft die Forstwirtschaft noch kaum beeinflusst. Im Hinterbergertal setzte sich die alte Tradition der Holzarbeit noch ungebrochen fort. „Holzknechtpassen“, meist Gruppen von Bauernsöhnen aus verschiede-nen Ortsteilen der Gemeinde wurden für die Schlägerung von Holz engagiert. Für viele Arbeiter waren der Forst und Sägewerksbetriebe – wie auch Arbeit bei der Eisenbahn - in einer Zeit wirtschaftlicher Krisen eine der wenigen Einkommensmöglichkeiten. Zudem ermöglichten Holzfuhrdienste vielen Bauern notwendige Nebeneinkünfte.

Ab den 1960er Jahren änderte sich die Welt der Holzknechte und Fuhrleute rasant – analog zur bäuerlichen Welt. Die technologische Entwicklung brachte den Bau von Forstwegen und die Nutzung von Lastwägen für die Holzbringung sowie die Motorsäge in den 1960er Jahren als Arbeitsgerät. Die Zeit der Pferde und Schlitten im Holzfuhrwesen endete in den 1970er Jahren. Die Arbeit der Holzknechte im Rahmen der Bundesforste erfuhr eine zunehmende Mechanisierung und Rationalisierung. Der Einsatz von Motorsägen, Forstwegen, Lastwagen, Seilwinden, schweren Traktoren und anderen technischen Hilfen ging Hand in Hand mit der permanenten Reduzierung des Forstpersonals. Bäuerlicher Nebenerwerb im Wald wurde zur Maschinenarbeit.

Mit dieser Veränderung ging schließlich auch die traditionsreiche Kultur der Holzknechte und des bäuerlichen Winterfuhrwesen, dass harte und anspruchsvolle Arbeit mit Gemeinschaftserlebnissen verband, zu Ende. Zahlreiche Dokumente und persönliche Erinnerungen von Hinterbergern zeugen von einer Arbeitswelt, die in der Rückschau vieler als unwiederbringlicher Verlust früherer Gemeinschaften empfunden wird.

Beim Holzaufladen 1966
Winterfuhrwerk in den 1950er Jahren
Der Traktor ersetzt Pferdekraft 1959
In der Zloam
In der Teltschn 1967
Ausstrafn
Leitungswechsel bei der Forstverwaltung Hinterberg 1958
Beim Sägewerk Loitzl 1962
Pferdekraft und Benzinkanister - Holzarbeit im Wandel 1960er Jahre
Winterfuhrwerker beim Loitzl 1962
Zauchner Gressingsetzer
Holzarbeit in den 1960er Jahren