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Zeit der Umbrüche

Auflösung eines alten Systems

Auflösung eines alten Systems

Das 19. Jahrhundert brachte Veränderungen: Die Auflösung des Salinensystems, die Integration der Region in ein überregionales Verkehrs- und Wirtschaftssystem sowie die Grundentlastung („Bauernbefreiung“) von 1848 - und ihre Folgen. Neue Erfindungen und Verfahren zur Konservierung von Lebensmitteln verringerten die traditionelle Bedeutung von Salz. Die ehemals mächtige Salinenwirtschaft verlor im 19. Jahrhundert an Bedeutung.

Nach und nach verwandelte sich die Region in eine Tourismusregion. Das Revolutionsjahr von 1848 erschütterte den damaligen Kaiserstaat und zwang ihn zu politischen Reformen. Mit der Abschaffung der Grundherrschaft waren die Bauern nicht mehr zinspflichtige und unfreie Hintersassen, sondern freie Eigentümer - wenn auch nicht in allen Belangen gleichberechtigte Bürger. So wurden auch die von der Saline verwalteten Grundherrschaften „Hinterberg“ und „Grubegg“ aufgelöst. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden jene politisch autonomen Gemeinden (Mitterndorf, Pichl-Kainisch), wie wir sie heute kennen. Die neue Freiheit der Bauern war gleichzeitig eine Herausforderung: Liberalismus und Industrialisierung beendeten eine seit dem Mittelalter bestehende Selbstversorgungswirtschaft. Bauern waren der Marktwirtschaft ohne wirtschaftlichen Rückhalt und ohne Erfahrung ausgesetzt.

Umbruch in der Landwirtschaft

Umbruch in der Landwirtschaft

Damit begann ein wirtschaftlicher Umbruch, verbunden mit der Verschuldung von Höfen und einem Bauernsterben. Viele der wirtschaftlich unabhängig gewordenen Höfe waren wirtschaftlich nicht überlebensfähig. Vor diesem Hintergrund entstanden auch in dieser Region genossenschaftliche Initiativen zur gemeinschaftlichen Selbsthilfe wie in den Bereichen Kreditbeschaffung sowie der Verarbeitung und Vermarktung von landwirt-schaftlichen Produkten – unterstützt vom damaligen Herzogtum Steiermark. So entstand auch im Hinterberger-tal eine Milchgenossenschaft, die 1885 in Aussee eine Verkaufsstelle eröffnete, um im Zuge den wachsenden Milchbedarf des aufstrebenden Fremdenverkehrs in Aussee zu befriedigen. Ebenso wurden erste Viehzuchtgenossenschaften gegründet. Neue landwirtschaftliche Initiativen waren mit dem Namen Leo Oberascher ver-bunden, der sich für den landwirtschaftlichen Fortschritt im Tal einsetzte – wie schon Jahrzehnte zuvor der Mühlreither Bauer Paul Adler. Eine wichtige Initiative war die Gründung des Mitterndorfer Vorschusskassenvereines im Jahr 1894, der späteren Raiffeisenkasse.

Ernteeinsatz beim Hörmann (Neuhofen)
Feldarbeit in Mitterndorf
Beim Duckbauer 1910
Spareinlagenbüchel Vorschusskassenverein um 1900
Auszug aus einem Regulierungsvergleich (Holzbezugsrecht)

Forst- und Holzwirtschaft als Erwerbsmöglichkeit

Forst- und Holzwirtschaft als Erwerbsmöglichkeit

Die Steiermark war bis 1918 ein vorwiegend agrarisches Land mit einigen industriellen Inseln. Noch 1910 war mehr als Hälfte der erwerbstätigen Bevölkerung der damaligen Steiermark in der Landwirtschaft tätig. Im Hin-terbergertal gab es mit der Holzwirtschaft der k.k. Forste und des Sägewerks Loitzl Erwerbs- und Zuerwerbsmöglichkeiten. Diese ermöglichten Bauern ein besseres Überstehen von Veränderungen und Krisen als in manchen Nachbarregionen. Das Ende der Grundherrschaft von 1848 und daraus resultierenden staatlichen Reformen führte auch zum Umbau des Salinensystems. So wurden die Forstagenden aus der Salinenverwaltung herausgelöst. Mit den „k.k. Forsten“ entstand ein selbständiger Rechtskörper. Das Schloss Grubegg wurde zum Sitz der Forstverwaltung im Hinterbergertal.

Fuhrleute und Holzknechte im Rassl 1914
Brustbäume beim Zauchenwirt 1912
Fenster- und Türenfabrik in Grubegg vor 1900
Holzgewerbelandschaft Grubegg 1909
Pflanzgartenarbeiter um 1900
Holzlieferung Johann Loitzl 1910
Arbeit am Windwurf 1907
Holzknechtausflug 1908
Holzlieferung am Mitterndorfer Bahnhof 1918
Schloss Grubegg mit Nebengebäuden 1900
Obersdorfer Forst - Auszug aus dem Forstkartenwerk der k.k. Forste (1840er Jahre)
Sägewerk in Grubegg

Holznutzungsrechte und Regulierungsvergleich

Holznutzungsrechte und Regulierungsvergleich

Im Zusammenhang mit der Aufhebung der Grundherrschaft waren auch althergebrachte – und zu Zeiten Maria Theresias neu vereinbarte vereinbarte - Holz-, Weide- und Almrechte der ehemaligen Untertanen zu klären. Sie mündeten im sogenannten „Regulierungsvergleich“ der 1860er Jahre. Statt der geplanten Ablöse (Abgeltung) von Nutzungsrechten wurden neue Nutzungsverträge vereinbart, die bis heute ihre Gültigkeit haben.

Die Eisenbahn und ihre Folgen

Die Eisenbahn und ihre Folgen

Der Eröffnung der Kronprinz-Rudolf-Bahn im Jahr 1877 und der damit erfolgte Anschluss an das moderne Verkehrs- und Wirtschaftssystem brachten einschneidende Veränderungen. Einerseits besiegelten diese das Ende einer seit dem Mittelalter bestehenden regionalen Wirtschaft: der alten Salinenregion mit ihren Kern- und zahlreichen Nebengewerben; Braunkohle ersetzte das Holz als Brennmaterial, die Eisenbahn das Fuhrwesen und alle damit verbundenen Gewerbe. Andererseits ermöglichte sie den Holzexport (Johann Loitzl, k.k. Forste) und einen frühen Tourismus.

Bahnhof in Mitterndorf-Zauchen (Ende 19. Jh.)