Der Tourismusort Bad Mitterndorf liegt in der Mitte österreichs. Nur 1Stund 20 Minuten von Salzburg 1Stund 50 Minuten von Graz und 3 Stunden von Wien und nur 3 Stunden und 50 Minuten von München entfernt.
grafischer Link zum touristischen Informationsbüro Bad Mitterndorf
Infobüro Bad Mitterndorf
A - 8983 Bad Mitterndorf Nr. 59
Telefon: ++43 (0) 3623 / 2444
info.badmitterndorf@ausseerland.at
grafischer Link auf Informationen rund um die Tätigkeitsbereiche der Marktgemeinde Bad Mitterndorf
GEMEINDE Bad Mitterndorf
A - 8983 Bad Mitterndorf 59
Telefon: ++43 (0) 3623 / 2202
Fax: ++43 (0) 3623 / 2202-33
gde@bad-mitterndorf.gv.at
Link zum Angebot des Tourismusverbandes Ausseerland Salzkammergut

Wie Salz und Holz eine Region prägten

Einerseits war das Hinterbergertal, wie alle obersteirischen Regionen, eine alte bergbäuerliche Region. Andererseits war es für einen langen Zeitraum, vom Mittelalter bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts, auch Teil der Ausseer Salinenwirtschaft. Diese gemischte bäuerlich-gewerbliche Wirtschaft war bis in das 19. Jahrhundert hinein charakteristisch.

Bauern und Almen

Bauern und Almen

Eine Landwirtschaft mit kargen Erträgen ermöglichte die Selbstversorgung der Bevölkerung, die jedoch in einem für die Salinenwirtschaft „gewidmeten“ Tal ihre Überschüsse zu festgesetzten Preisen an die Salinen in Aussee und Hallstatt zu verkaufen hatte. Zu betonen ist in diesem Zusammenhang die historisch große Anzahl an Almen. Almwirtschaft hatte eine – für heutige Verhältnisse kaum vorstellbare - Bedeutung für die Viehwirtschaft. Denn die Talböden waren in der Regel Moorflächen und für Landwirtschaft nicht nutzbar. 

Der Hinterberger Landwirtschaftspionier Paul Adler (erste Hälfte 19. Jh.)
Perillenalm, Auszug aus dem Franziszeischen Kataster (1820er Jahre)
Die Krennalm Anfang des 20. Jh.

Wald und Holz

Wald und Holz

Die Waldressourcen der Region wurden für die Salzgewinnung aber auch für die Eisenerzeugung rund um den Erzberg genutzt. Im Verlauf von mehreren Jahrhunderten entstand im Salzkammergut ein Holztriftsystem. Die Hinterberger Waldgebiete waren in das System der Holzbringung mit der Trift von Hallholz zum Riedlbach oder vom Ödensee weiter zur Kainischer Traun sowie mit dem Trift am oberen Bereich der Salza am Beginn des Öderntals als Verbindung zum Grundlsee (Jagateich) einbezogen. Die Holztrift aus dem Kemetgebirge und dem Grimming über den Pass Stein in das Ennstal diente der Eisenverhüttung rund um den Erzberg.

Darüber hinaus nutzten Bauern, Gewerbebetriebe und sonstige Bevölkerung das Holz der Region als Bau-, Brenn- und sonstiges Nutzholz

Fuhrwesen und Gewerbe entlang der Salzstrasse

Fuhrwesen und Gewerbe entlang der Salzstrasse

Mit der Salinenwirtschaft entwickelte sich ein ausgeprägtes Fuhrwesen, an welchem auch Hinterberger Fuhrleute beteiligt waren. Von Aussee aus führte die Salzstrasse über die Klachau oder durch den Pass Stein in das Ennstal und weiter in die Versorgungsgebiete der Steiermark, Kärntens und Osttirols. Salztransporte erfolgten mit Trägern, Saumtieren, Karren und Pferdewägen. Fuhrleute transportierten Salz in die Vermarktungsgebiete und nahmen Gegenfracht mit (Metall, Wein, Getreide). Entlang der Salzstrasse entstand ein Netz an Gewerbe-betrieben wie zum Beispiel Schmiede, Wagner, Sattler oder Schlittenmacher sowie zahlreiche Wirtshäuser und Herbergen. Die Schmiede in Mühlreith (Standort von Altes Wissen mit Zukunft) gehörte zu den größten der Region.

Fuhrwesen an der Salzstrasse (19. Jh.)
Salzfuhrmann und Salzwagen (19. Jh.)
Alois Loitzl als Furhmann, um 1880, Scherenschnitt

Ländliches Handwerk und Gewerbe

Ländliches Handwerk und Gewerbe

Zum typischen dörflich-ländlichen Gewerbe zählten auch in dieser Gegend jene Gewerbe, die die Wasserkraft nutzten. Entlang der Bachläufe prägten Mühlen und Sägen das Gesicht der Ortschaften. Darüber hinaus waren viele Häuser mit dörflichem Gewerbe und Handwerk verbunden – wie Bäcker, Schneider, Schumacher, Tuch-macher, Lederer, Leinweber, Krämer oder Rechenmacher oder Maurer.

Salineneinrichtungen

Salineneinrichtungen

Im Zuge der Salinenreform des Habsburgerstaates im 18. Jahrhunderts entstanden im Hinterbergertal neue gewerbliche Einrichtungen: 1741 nahm eine Pulvermühle auf dem Gelände der Herrschaft Grubegg ihren Betrieb auf. Ab 1796 diente ein Hammerwerk am Eingang zum Pass Stein der Erzeugung von Blechen für die Salz-pfannen. Ebenfalls Ende des 18. Jahrhundert begannen Erschließungs- und Abbauversuche von Erzvorkommen auf der Teltschenalm und am Röthelstein, die jedoch aus einem Mangel an Wirtschaftlichkeit wieder aufgege-ben wurden. Bereits in der Mitte des 18. Jahrhunderts begann die Saline mit dem Torfabbau im Ödenseer Moor. Zur Salinenwirtschaft zählten auch Köhlereien. Obwohl das Hammerwerk rentabel arbeitete, fiel es schließlich neuen technologischen Entwicklungen und strategischen Überlegungen der Salinen zum Opfer und wurde im Jahr 1850 geschlossen. Gut 30 Jahre später errichteten die k.k. Forste auf dessen verfallenden Gelände ein Sägewerk.

Alte Bringungswege und Almen im Dachsteingebiet/Hinterbergertal
Reste des Hammerwerks um 1880 (stillgelegt 1850)
Die alte Riedlbachklause (Grafik)
Reste der Klausgrabenklause
Das Hammerwerk von Grubegg (erste Hälfte 19. Jh.)
Köhlerei (Grafische Darstellungen)
Reste der Klausgrabenklause 1957
Torfstich beim Ödensee
Torftrockenhütten beim Ödensee 1924