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Archäologische Arbeitsgemeinschaft Salzkammergut

Gewerbesiedlung in Kainisch vor über 3000 Jahren!
www.via-historia.at

In den letzten drei Jahren führten zwei unabhängige Bauprojekte in der Ortschaft Pichl-Kainisch zur Entdeckung einer frühurnenfelderzeitlichen Gewerbesiedlung durch die Archäologische Arbeitsgemeinschaft Salzkammergut und dem Bundesdenkmalamt, deren Fundmaterial überraschende Parallelen mit jenem der Surbecken im Salzbergtal in Hallstatt aufweist. Im Zuge der Errichtung eines Kleinwasserkraftwerks der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) an der Kainischtraun wurde im August 2008 auch mit der Anlage mehrerer Fischzuchtbecken entlang des Flussverlaufs begonnen. Beim Aushub einer dieser Teichanlagen wurden Kulturschichten abgetragen, aus denen zahlreiche Rohkupferstücke, aber auch Fragmente von Sicheln und vollständige Gewandnadeln geborgen werden konnten, sowie über 2000 Tierknochen und rund 15 kg an Keramik, die zusammen in die frühe Urnenfelderzeit datiert werden können (14./13. Jh. v. Chr.). Abgesehen vom neuerlichen Erscheinen der charakteristischen Grafittonkeramik im Fundmaterial, war bei der Auswertung der Tierknochen aus Pichl-Kainisch durch die Archäologisch-Zoologische Sammlung des Naturhistorischen Museums Wien auch jener ungewöhnliche Überhang an Schweineknochen und die identische Übereinstimmung im Mengenverhältnis von fleischtragenden und fleischarmen Skelettabschnitten wie in Hallstatt feststellbar. Auch im Geschlecht und Schlachtalter ergaben sich auffällige Parallelen mit den Tierknochen vom Salzbergtal, wo uns fast ausschließlich männliche Hausschweine im Alter zwischen ein und zwei Jahren begegnen. Um Klarheit über die Funktion und Stratigrafie der neuen Fundstelle zu erlangen, wurde im Juni 2009 an der Westwand des Fischteichs ein 30 m langes Profil angelegt, das den Bodenaufbau mit allen Kulturschichten und etwaigen Befunde dokumentieren sollte. Dadurch konnten nicht nur die Mächtigkeit und ungefähre Ausdehnung der einzelnen fundführenden Schichten festgestellt werden, sondern es gelang auch, einen aus rundlichen Steinen und Schotter aufgeschütteten und teilweise mit Holzpfosten gesicherten Damm im Profil zu erfassen. Diese Struktur könnte als Uferbefestigung eines künstlichen Teichs oder ehemaligen Seiten- bzw. Totarmes der Kainischtraun zu deuten sein, wobei im Bereich hinter diesem Damm große Mengen an Knochen- und Keramikabfall aus der Zerlegung von Schweinekörpern und ihrer Weiterverarbeitung anfielen und an Ort und Stelle entsorgt wurden. In unmittelbarer Nähe der gerade eben beschriebenen Fundstelle kam es zu weiteren archäologischen Untersuchungen. Neben zwei Gebäudebefunden, einem aus der römischen Kaiserzeit (2./3. Jh. n. Chr.) und einem weiteren aus der älteren bzw. mittleren Urnenfelderzeit (12./11. Jh. v. Chr.), lassen vier ungestörte Abfallgruben aus der frühen Urnenfelderzeit (14./13. Jh. v. Chr.) neuerlich eine Beziehung mit der Hallstätter Fleischproduktion erkennen. Sie lassen sich in Größe, Form und Inhalt voneinander unterscheiden, wobei ihnen allen gemein ist, dass sie wieder eine Kombination aus Grafittonkeramik und Tierknochen (Schwein, Schaf/Ziege, Rind) enthalten. Der Grubeninhalt bestand aus einer schwarz-braunen erdigen Verfüllung mit stark korrodierten Metallfragmenten, zahlreichen Scherben großer Töpfe mit Fingertupfenleisten und knapp fünfeinhalb Kilogramm Tierknochen. Ursprünglich dürfte die Grube über einen Holzeinbau bzw. verschalte Seitenwände verfügt haben, wie die geraden Grubenränder und ein 25 cm tiefes Pfostenloch in der Nordecke sowie seichte Abdrücke von weiteren Holzpfosten im Schotter der übrigen Ecken belegen.

Schlussfolgerungen: Obwohl die archäozoologische Bestimmung und statistische Auswertung des Tierknochenmaterials aus allen vier Abfallgruben der diesjährigen Grabungskampagne noch ausständig ist, scheint durch das massive Auftreten der Grafittonkeramik in diesen Gruben zumindest ein Indiz für ihren direkten Zusammenhang mit der Hallstätter Fleischindustrie gegeben und ihre Interpretation als Abfallgruben zur Aufnahme von Schlacht- und Produktionsabfällen wahrscheinlich. Die bisherigen Grabungsbefunde in Pichl-Kainisch lassen hier in der frühen Urnenfelderzeit eine ausgedehnte Gewerbesiedlung vermuten, die als eine Art "Außenstelle" von Hallstatt im Rahmen der Anlieferung oder Verarbeitung von Schweinefeisch fungiert haben könnte. Folgende Fragen stellen sich in diesem Zusammenhang: Wurde das Schweinefleisch in Pichl-Kainisch analog zu Hallstatt mit Salz konserviert? Wurde vollständig ausgelöstes Schweinefleisch zur Pökelung nach Hallstatt transportiert? Oder wurden mithilfe der Grafittongefäße überhaupt eigenständige Fleischprodukte hergestellt? In der Folge gilt es, diese Fragen durch interdisziplinäre Untersuchungen zu klären um dadurch die frühen Wirtschaftsbeziehungen des Hallstätter Salzbergbaus mit seiner Umgebung und gleichsam das vielschichtige Beziehungsgeflecht, das nachweislich im Koppen- und Kainischtal zwischen Handel, Verkehr und Kult existiert, näher zu beleuchten. A.Diechtl

Für weitere Informationen steht ihnen die AAS gerne zur Verfügung! www.via-historia.at E-Mail: aas.team(!at)gmx.at

Hipposandalen (römische Pferdeschuhe) www.via-historia.at

Die ersten "Hufeisen" in unserer Heimat

Unter dem Begriff „Hipposandale“ (vom griechischen Begriff „hippos“ - Pferd - abgeleitet) versteht man in der provinzialrömischen Forschung eiserne Steighilfen für Zug- und Lasttiere, die in der Römerzeit im unwegsamen gebirgigen Terrain Verwendung fanden. Derartiges Tierzubehör fand sowohl Eingang in die antike Literatur (soleae ferrae) als auch in die Bildkunst.

Im alpinen steirisch-/oberösterreichischen Salzkammergut wurde bisher die größte Ansammlung (150 vollständige) solcher Hufschuhe im gesamten Römischen Reich von der „Archäologischen Arbeitsgemeinschaft Salzkammergut" entdeckt. Die Hipposandale ziert auch das Logo der Arbeitsgemeinschaft.

Es handelt sich nicht um normierte Objekte, die auch nicht ausschließlich auf das „Pferd“ eingeschränkt sind. Unterschiedliche Ausführungen der seitlichen Befestigungsvorrichtungen weisen auf die Nützung sowohl für Ein- als auch für Paarhufer hin.

Hipposandalen bestehen grundsätzlich aus einer waagrechten, annähernd rechteckigen, metallenen Bodenplatte. An den beiden Schmalseiten befindet sich je ein Befestigungshaken, und an den beiden Längsseiten sind zwei Seitenlappen verschiedener Formen angebracht. Bei den Befestigungshaken auf denen einst die Leder- bzw. Stoffriemen angebracht waren, werden zweierlei Arten unterschieden: rundstabige, meist S-förmig geschwungene Vorderhaken (sogenannte „Zehenaufzüge“) und massive, kurze Hinterhaken (sogenannte „Ballenaufzüge“).
Unten auf der Bodenplatte finden sich meist vier kreuzförmig positionierte, spitze Stollen, die bei der Herstellung von oben in die Grundplatte eingeschmiedet wurden. Sehr häufig ist der Verlust dieser einzelnen Stollen, die sicherlich im Laufe der Zeit immer wieder erneuert werden mussten. Auch diverse andere Reparaturen sind an dieser Fundgruppe im Salzkammergut nachgewiesen: erneut eingeschmiedete Seitenlappen, Bodenplattenteile oder Befestigungshaken.

Völlig ungeeignet waren Hipposandalen jedenfalls für Reittiere. Die jeweils oft über 1 kg schweren, sperrigen Steigeisen, die aufwändig mittels diverser Riemen am Huf befestigt werden mussten, waren für eine schnellere Fortbewegung unpassend.
Die Stücke waren auch nicht wie Hufeisen fix mit dem Huf verbunden, sondern konnten je nach Bedarf (z. B. bei Witterungsumschwung) an- bzw. abgelegt werden.

Im steirisch-/oberösterreichischen Salzkammergut sind jedenfalls ausschließlich Hufschuhe mit Stollen bekannt und daher mit größter Wahrscheinlichkeit – vor allem im alpinen Gelände - als „Steighilfen“ benützt worden.

Zu bewundern sind die Hufschuhe im Kammerhofmuseum Bad Aussee.

Grafik Morphologie der Hipposandale.: M. Windholz-Konrad / 3D-Grafik: A.Diechtl

Für weitere Informationen steht ihnen die AAS gerne zur Verfügung! www.via-historia.at E-Mail: aas.team(!at)gmx.at